IN THE FOREST with HERRENDORF INTERIOR DESIGN

Den prächtigen Elefanten habe ich gleich gesehen: der kleine Riese aus Bronze ruhte auf 4 Rädern, auf dem Rücken seinen Mahout und zusätzlich einen strahlenden Obelisken aus Bergkristall. Er stand auf einer Anrichte, ganz nahe der versteckt platzierten Garderobe. Und doch blieb er meist unbeachtet von den geladenen Gästen, die ihn fast ausnahmslos streiften auf ihrem Weg in die an diesem Abend hell und warm erleuchteten Räume des Berliner Einrichtungshauses HERRENDORF in der Litzenburger Straße.


IN THE FOREST
, so stand es auf meiner Einladung geschrieben. Ich gestehe, ich habe einen kleinen Zauberwald aus geheimnisvoll glänzenden Stoffen, Spiegelfantasien, opulente Schränkchen und Fabelwesen erwartet. Was ich sah, kam diesen Vorstellungen nicht nahe, es war ganz anders und doch unerwartet erfüllend. Am Ende des Abends hatte ich den Kopf voll von anregenden Bildern, aufgesogen in den so fließend gestalteten Raumwelten.

Doch in diesem Moment war alles noch ganz unentdeckt und ich stand neben der Anrichte mit meiner ersten Eroberung des Abends. Die Luft angereichert von schönen, schweren Gerüchen und ich war nicht sicher, ob diese den vielen sanft flackernden Kerzen entströmten, oder ob die elegant gekleideten Menschen mit ihren ganz persönlichen Düften diesen Hauch nach Wohligsein hereintrugen. Gläser klangen hell. Laut und lebendig, aber auch leise und kraftvoll schwebten die Stimmen durch jeden Raum. Untermalt wurde die eloquente Atmosphäre von bekannten Melodien, kunstfertig entschlüpften sie den Fingern des jungen Mannes am mitten im Eingang platzierten Flügel. Ein wenig Verträumtheit und schöne Wehmut lag in den Klängen.


Ich stand lange vor dem Elefanten und prägte mir jedes Detail ein: die ziselierte Decke auf seinem Rücken erschien mir so farbenfroh und bunt trotz des einheitlichen Grau und der kleine Mahout auf seinem Rücken schaute so erhaben herab. Hinter ihm, auf dem Rücken des Elefanten, erhob sich der im Verhältnis zu ihm riesige weiße Bergkristall. Er ruhte auf ein einem kunstvoll gestalteten Aufbau, mittendrin als wunderbarer Kontrast eine strahlende Scheibe aus Türkis. Dass es sich um eine Arbeit von Klaus Dupont handelte, war mir schnell klar, auch wenn sie sich etwas unterschied von den so herrlich opulenten Werken, die ich von ihm kannte.

„Woher hast Du DIESEN Elefanten?“, fragte ich ihn umgehend und alle Anstandsregeln außer Acht lassend, als ich ihn unter den beieinanderstehenden Gästen endlich entdeckte. „Ahhh, der Elefant. Du hast ihn gesehen … aus einem Berliner Antiquitätengeschäft … er sah recht erbärmlich aus damals und so unscheinbar“ Ich wollte so gern noch mehr wissen von der vielleicht ganz traurigen Geschichte meines Elefanten. (Ich hatte ihn einfach mal zu dem meinen gemacht und in Gedanken auf meinem Fensterbrett platziert) Aber an Klaus war nicht mehr ranzukommen: umlagert von Kennern und Freunden und Neugierigen plauderte er sich munter durch die dahineilende Zeit.


Ich ging weiter durch die Räume und hielt Ausschau nach weiteren so prachtvollen Tieren wie meinem grauen Liebling und ich fand sie auch: Fantasievoll interpretierte Pfauen auf teuren Tapeten und auch ein Schwarm silbern und goldglänzender Fischlein huschte über eine Wand. Ich sah die Löwen und Pferde und Vögel aus Bronze, die wahlweise Korallen, Kristalle oder Federhelme balancierten. Silberne Käfer, groß und gruselig wie riesige Kakerlaken, versteckten sich in den Ästen der schwarzen und roten Korallenarme. Die matt und gelangweilt daliegende französische Dogge war zwar echt und einem Gast gehörend, aber ich möchte schwören, sie wurde speziell für diesen Abend engagiert: sie passte einfach zu perfekt auf den hellbraunen, samtglänzenden Teppich.


Eine leise Stimme unterbrach meine Gedanken und bot mir ein Glas Champagner an. Die freundliche Stimme gehörte einer jungen Frau in einem einfarbigen Sari. Diese so elegant wirkenden traditionellen Kleider waren mir schon bei meinem Ankommen angenehm aufgefallen und nun sah ich immer mehr junge Damen mit Tabletts und unterstützenden Worten in diesen Gewändern. Ein Detail, aber ein sehr gut platziertes. Alles passte sich ein in die harmonische Üppigkeit.

Im nächsten Raum traf ich meine Freundin Gundula im Gespräch mit einem etwas schüchtern wirkenden jungen Mann. Wir wurden einander vorgestellt und sofort kamen die nächsten Wundertiere zu mir: Andreas Maier überreichte mir seine Visitenkarte, auf der ein so strahlend schöner Koi zu sehen war, dass er eigentlich des goldenen Untergrundes gar nicht mehr bedurfte. Am heutigen Abend war keine seiner Arbeiten ausgestellt, doch machte mich seine liebevolle Beschreibung von einem Treppenaufgang in Paris, den er mit seinen Tieren zu einem sich bewegten Raum erweckt hatte, neugierig. Ich werde ihn in seinem Atelierbesuchen, ganz bald.


Ich verließ die kleine Runde wieder, um noch mehr von diesem Ort und den Menschen in mir aufzunehmen. Still in einer Ecke stehend lauschte ich dem Gespräch dreier Damen auf dem bequemen, riesigen Sofa. „Das geht gar nicht! Also was er da dekoriert hat ist unmöglich! Und das sage ich ihm auch!“ Stille. Ein Schluck aus dem Champagnerglas. Drei Augenpaare blicken in sich. „Aber die Arbeiten mit dem Pannesamt sehen wirklich gut aus. Ich habe ja auch schon überlegt, ob ich so ein Sofa bei mir hinstelle. In den Salon neben die weiße Lackkommode, wisst ihr. “ Ich überließ die Damen ihren kreativen Diskussionen und erlaubte mir eine Stippvisite bei meinem noch immer einsam stehenden Freund.

Schließlich suchte ich mir einen Platz auf einer hellgrauen Bettbank, die auf einem den halben Raum einnehmenden Podest stand. Aus dieser doch sehr überschauenden Position und leckere, aber etwas umständlich zu essende Häppchen genießend, ergötzte ich mich am Anblick der Dekorationen, Einrichtungen, Ideen und Vorstellungen von Porta Romana, Jim Thompson und Klaus Dupont. Was ich immer wieder registrierte war ein eifriges Nicken eines Einzelnen auf ein bestimmtes Möbelstück, einen Vorhang, eine Lampe. Ich hörte dann sein Gegenüber erzählen von seinen Gedanken. Und es folgten eine bestätigende Erwiderung, ein erneutes Nicken, weitere Gedanken. Nicht das sonst so oft erlebte Geplänkel über diesen und jenen, die kleinen Gerüchte, Angebereien oder Businessgehabe. Ich war umgeben von Menschen mit einem Gespür für das Schöne. Und sie diskutierten über das, was man Ihnen präsentierte, hier und an diesem Ort. Ein befriedigendes, ein warmes Gefühl.

Später am Abend traf ich noch Franziska, eine kraftvolle und strahlende Mitarbeiterin aus dem Herrendorf Team. Jedes Wort von Ihr war ein klares Ja zu den unverwechselbaren Dingen des Lebens. Mit ihrem Wissen, dieser Energie und Überzeugung haben Ihre Partner ein sehr authentisches Gegenüber.

Die Melodien
des Klavieres untermalten noch immer sanft die fortschreitenden Stunden und ich verabschiedete mich von meinem Elefanten. Dem kleinen Mahout versprach ich ganz bald einen Besuch im Atelier von Klaus Dupont, umso mehr, da ich ja noch seine ganze Geschichte erfahren wollte. Verschämt registrierte ich in mir den Wunsch, er möge bitte nie verkauft werden und wenn, so möge doch der neue Besitzer auch die Geschichte des Elefanten und seines kleinen Reiters kennen und erzählen.

Kurz vor der Ausgangstür traf ich noch die Herren von dvonk und wir erinnerten uns an die „lobby for a weekend“ im vergangenen Sommer, auf der auch Käfer eine sehr imposante, dekorative Rolle gespielt hatten. Die Käfer seien nun mittlerweile davon, erzählten sie, ersetzt durch neue Dinge. Also auch hier ein weiterer  MussIchUnbedingtMachenBesuch in meinen Gedanken, ganz bald.

 

 

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